Müll! Abfall als Informationsquelle Ausstellung im Römermuseum
Archäologische Funde aus der Zivilsiedlung von Vindobona
Als im Jahr 2005 im dritten Wiener Gemeindebezirk der Neubau eines Wohnhauses in der Schützengasse anstand, bekam die Stadtarchäologie Wien die Gelegenheit, ein 400 m² großes Areal zu untersuchen. Auf dieser Fläche gelegen in der einstigen römischen Zivilsiedlung von Vindobona war zu jener Zeit neben anderen Siedlungsaktivitäten auch natürlich vorhandener Lehm abgebaut worden, wodurch eine Grube entstand war, die später mit antiken Siedlungsabfällen wieder verfüllt wurde.
Die Bergung, Reinigung, Inventarisierung und Restaurierung der Funde stellte eine detektivische Kleinarbeit dar.
Für diese Arbeit wurde die Stadtarchäologie mit spannenden Erkenntnissen belohnt, die nun in der Ausstellung im Römermuseum präsentiert werden: Neben den restaurierten Fundstücken werden interessante Hintergründe über die antiken Abfälle dargestellt.
Die Menschen damals waren übrigens gut im Recycling: Metalle und Glas wurden bereits damals aus dem Abfall aussortiert und für die Wiederverwendung eingeschmolzen. Die größten Abfallmengen, die in der Materialentnahmegrube gefunden wurden, sind deshalb nicht Metall und Glas, sondern Keramik- und Ziegelstücke, Knochen und Holzkohle.
Die kleine aber feine Ausstellung empfiehlt sich für einen Besuch, bei dem auch die weiteren Ausstellungsteile über das römische Leben im Legionslager, die Lagervorstadt und Zivilstadt angeschaut werden sollten: Das im Jahr 2008 neu eröffnete Römermuseum gibt Ihnen eine ausgezeichnete Vorstellung von Vindobona und seinem räumlichen Umfeld und vermittelt einen guten Eindruck über die neusten Forschungsergebnisse.
Öffnungszeiten und Ausstellungsdauer
12. Mai 2011 - 15. April 2012
Dienstag bis Sonntag und Feiertags von 9.00 bis 18.00 Uhr



