Biotonnen-Kompost ist „Guter Grund“ fürs Blumenkisterl
Die torffreie Erde „Guter Grund“ aus den Wiener Biotonnen wird auf den Wiener Mistplätzen angeboten.
Von der Biotonne direkt ins Blumenkisterl
"Die torfreie Erde aus Bioabfällen stellen wir im stadteigenen Kompostwerk in der Lobau her", erklärt Umweltstadträtin Ulli Sima.
Für umweltbewusste WienerInnen gibt es dabei viele gute Gründe beim Bepflanzen von Blumenkisterln und Beeten auf den „Guten Grund“ zurückzugreifen. Während konventionelle Blumenerde meist aus Torf von Hochmooren stammt, ist die Wiener Erde torffrei. Die sensiblen Ökosysteme der Hochmoore mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora werden so geschützt. Die Wiener Erde entspricht den Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens und wird durch unabhängige Gutachter geprüft. "Es wird auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet, da weite Transportwege für den Import nach Österreich eingespart werden können", betont Umweltstadträtin Ulli Sima.
Bioabfall wird Kompost, Altspeiseöl wird Biodiesel
Im Kompostwerk Lobau der MA 48 entstehen jährlich rund 40.000-50.000 Tonnen Kompost bester Qualität. Das Ausgangsmaterial hierfür sind die 115.000 Tonnen Bioabfall, die die MA 48 in den über 70.000 Biotonnen im Grüngürtel der Stadt sammelt. Diese werden zunächst in der Kompostaufbereitungsanlage fraktioniert und kleine Störstoffe wie Papier oder Kunststoff werden entfernt. Das Material wird zerkleinert und in einer Mischtrommerl homogenisiert, bevor es im Kompostwerk Lobau auf die 52.000 m² große Rottefläche kommt. Die Hauptrotte dauert rund vier Wochen, die Nachrotte zwei bis drei Monate. In der intensiven Rottephase wenden und bewässern Umsetzmaschinen das Material. Dies gewährleistet einen geruchsarmen Prozessablauf, bei dem der optimale Wassergehalt eingehalten wird. Während der Rottung wird das Material mehrfach auf seine Qualität überprüft. Am Ende des Prozesses wird es gesiebt, bevor es als Kompost wieder in Umlauf kommt oder für den „Guten Grund“ mit Rindenhumus und Sand versetzt wird. Das Qualitätsprodukt ist sogar für die biologische Landwirtschaft geeignet!
Im Kompostwerk Lobau setzt man darüber hinaus auf Klimaschutz: Die hier eingesetzten Umsetzmaschinen werden seit 2008 mit umweltfreundlichem Biodiesel betrieben. Der Biodiesel wiederum wird aus ca. 320.000 kg Altspeiseölen und -fetten hergestellt, die jährlich von den WienerInnen auf den Mistplätzen und Problemstoffsammelstellen der Sammelstellen der MA 48 abgegeben werden. Diese Herangehensweise reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid maßgeblich.
Wiener Mistplätze bieten „Guten Grund“ an
Die Wiener Blumenerde ist für alle Pflanzen in Haus und Garten, zum Ein- und Umtopfen von Blüh- und Gartenpflanzen und zur Bodenverbesserung in Blumen und Gemüsebeeten geeignet.
Der „Gute Grund“ ist auf den 19 Wiener Mistplätzen in Säcken von 18 Litern und 40 Litern (3,- bzw. 5,- Euro) erhältlich.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Misttelefon: 546 48
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