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Einspruch gegen Mochovce bis 6. Oktober

Stadt Wien lehnt Bau des Atomkraftwerkes Mochovce ab!

Die Unterschriftensammlung ist abgeschlossen. Wir danken allen, die mit Ihrer Unterschrift Einspruch gegen den Ausbau des Atomkraftwerks erhoben haben!

Einspruch gegen Mochovce bis 6. Oktober Das Atomkraftwerk Mochovce in der Slowakei ist nur etwa 160 Kilometer von Wien entfernt. Jetzt soll seine Kapazität verdoppelt werden, in dem die beiden Blöcke drei und vier weitergebaut werden sollen. Der Bau des Atomkraftwerks wurde in den 1970er-Jahren geplant und in den frühen 1980ern begonnen. Nach Unterbrechungen wurden in den späten 1990er-Jahren zwei der insgesamt vier Blöcke fertig gestellt. Nach massiven Protesten - nicht zuletzt auch in Österreich - wurden die bestehenden Blöcke eins und zwei mit zahlreichen zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen aufgerüstet. Alleine diese Maßnahmen werden bei den Blöcken drei und vier nicht mehr ausreichen, um den heutigen Stand der Technik zu erreichen.

Veraltete Atomkraftwerk-Technik gefährdet Wien

Ein möglicher schwerer Unfall in der Anlage kann zu katastrophalen Auswirkungen für ganz Mitteleuropa führen. Sollten die zwei geplanten Reaktoren jemals vollendet werden, sind sie mit Abstand die letzten fertig gestellten Reaktoren ihrer Art. Bei diesem Reaktordesign handelt es sich um die längst nicht mehr dem Stand der Technik entsprechende Type WWER 440/213 der zweiten Generation Reaktoren sowjetischer Bauart.

Erheben Sie Einspruch gegen Mochovce!

Ein grenzüberschreitendes UVP-Verfahren, in dem auch alle österreichischen Bürgerinnen und Bürger Einwendungen anbringen können, hat jetzt begonnen. Die Einwendungen werden den slowakischen Behörden übergeben. Bürgerinnen und Bürger unterstützen damit die Haltung der Stadt Wien gegen zusätzliche Atomkraftwerke. Eine Unterschriftenliste sowie Informationen gegen den Ausbau des Atomkraftwerkes können auch bei "die umweltberatung" unter 01/803 32 32 von Montag bis Donnerstag, 9 Uhr bis 16 Uhr, und Freitag, 9 Uhr bis 13 Uhr, beziehungsweise per E-Mail wiengegenatomkraft@ma22.wien.gv.at bestellt werden.

ACHTUNG: Einsendeschluss ist der 6. Oktober! (Es gilt der Poststempel.)

Zusammenfassung der wichtigsten Kritikpunkte der Wiener Umweltanwaltschaft (WUA)

Die Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) hat eine Studie in Auftrag gegeben, die zum Schluss kommt, dass "Die Grundkonstruktion keine vollständige Anpassung an den heutigen Stand von Wissenschaft und Technik erlaubt. Die Möglichkeiten für Verbesserungen sind beschränkt, da die Bauwerke zu 70 Prozent und das Equipment zu 30 Prozent bereits fertig gestellt sind."

Zentrale Schwachstellen des Atomkraftwerkes

  • Die Alterung der eingemotteten vor Ort befindlichen Anlagenteile sowie die problematische Dokumentation des Baus in Folge der langen Verzögerungen.
  • Das fehlende Containment (die Sicherheitshülle), das bei einem Unfall die Radioaktivität zurückhalten sollte.
  • Die Qualifikation des Bubbler Condenser (Ersatzsystem für das Containment) im Zusammenspiel mit externen Ereignissen oder bei maximaler Belastung im Notfall.
  • Der unzureichende Schutz gegen Flugzeugabstürze.
  • Erdbebengefahr.
  • Die im Design des WWER 440/213 problematische Auslegung und Führung der elektrischen Leitungen.
  • Mangelhafter Brandschutz.
  • Die abschnittsweise Parallelführung von hochenergetischen Kühlmittelleitungen.
  • Eine Lösung zur sicheren Entsorgung des anfallenden radioaktiven Mülls fehlt nach wie vor; es gibt keinen Standort für das geplante Tiefenlager.

Mehr zum Thema

Atomschutz - Arbeitsschwerpunkt der Wiener Umweltanwaltschaft

Kernenergie ist keine Lösung

Kernenergie ist keine nachhaltige Form der Energiegewinnung. Uran ist ein - genauso wie Erdöl oder andere fossile Brennstoffe - endlicher Rohstoff. Ohne massive Überwälzung von Kosten und Risken auf die Allgemeinheit sind Neubauten wirtschaftlich weiterhin nicht darstellbar. Von staatlicher Seite werden direkte und indirekte Förderungen und Vergünstigungen in Milliarden Höhe bereitgestellt, gerade so, als handle es sich bei der Kernenergie um eine neue Technologie, der man den Markteinstieg erleichtern müsste. Ungeachtet dessen verspricht die Atomindustrie nunmehr seit über einem halben Jahrhundert sauberen und günstigen Strom. Katastrophale Auswirkungen von Unfällen, Freisetzung von Radioaktivität im Normalbetrieb und eine fehlende Perspektive für die Beseitigung des radioaktiven Mülls sind Nebenwirkungen der Stromerzeugung mit Atomkraft. Die Produktion des Kernbrennstoffs verursacht zum Teil katastrophale Umweltprobleme. Die Einhaltung von Mindeststandards ist bei vielen Uranproduzenten mehr als unsicher. Am anderen Ende der Brennstoffkette wartet das nach wie vor ungelöste Problem der Abfallentsorgung. Der sichere Einschluss der hoch gefährlichen Abfälle über hunderttausende Jahre kann nicht seriös gewährleistet werden.