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„Frisch auf den Müll“ – Der Film zur globalen Lebensmittelverschwendung

Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll! Dies zeigt der Film „Frisch auf den Müll“ von Valentin Thurn. Die internationale Fassung läuft unter dem Titel "Taste the Waste".
Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll! Dies zeigt der Film „Frisch auf den Müll“  von Valentin Thurn. Die internationale Fassung läuft unter dem Titel "Taste the Waste".

Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll: Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot, meist schon auf dem Weg vom Acker zum Geschäft, noch bevor es je eine(n) EndverbraucherIn erreicht hat.

Das Ausmaß der Verschwendung ist den Wenigsten klar. Pro Person landen durchschnittlich jährlich 100 Kilogramm Lebensmittel im Hausmüll. Über zehn Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr werden allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr! Warum werfen wir so viel weg?

Auf der Suche nach Erklärungen spricht Valentin Thurn mit Supermarkt-Verkäufern und -Managern, Bäckern, Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Psychologen, Bauern und EU-Bürokraten. Er spürt die Wirklichkeit in den Abfall-Containern der Großmärkte, der Supermärkte und denen vor unserer Haustür auf. Sie enthalten Massen einwandfreier Lebensmittel, teilweise noch originalverpackt, oft ist nicht einmal das Haltbarkeitsdatum abgelaufen.

Nebeneffekte

Dass wir die Hälfte unseres Essens verschwenden, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus. Die Landwirtschaft ist für mehr als ein Drittel der Treibhausgase verantwortlich, der Anbau der Lebensmittel verbraucht Energie und Dünger und zerstört immer mehr Regenwälder. Wenn Nahrungsmittel auf Mülldeponien verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das bei der Erderwärmung 25-mal so stark wirkt wie Kohlendioxid. Unsere Verschwendungssucht verschärft auch die weltweite Ernährungssituation. Würden wir weniger wegwerfen, müssten wir weniger einkaufen, die Preise fielen und es bliebe mehr für die Hungrigen. Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zweimal ausreichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren.

Es geht auch andersFelicitas Schneider, cFoto: thurnfilm.de

Valentin Thurn findet weltweit Menschen, die die irrsinnige Verschwendung stoppen wollen: die deutsche „Mülltaucherin““ Hanna Poddig zum Beispiel, die Nahrungsmittel aus den Abfallcontainern der Supermärkte rettet. Den französischen Supermarkt-Direktor Thomas Pocher, der seine Kunden dazu bringen will, weniger klimaschädliche Produkte zu kaufen. Den amerikanischen Anthropologen Timothy Jones, der Verbraucher und Landwirte zusammenbringt, und die Wiener Forscherin Felicitas Schneider (BOKU, siehe Foto), die Mülltonnen von Haushalten und Supermärkten auseinander nimmt und mit ihren Erkenntnissen Überzeugungsarbeit leistet. Kleine Schritte, die zusammengenommen aber eine große Chance bieten: Wenn wir unsere Lebensmittelverschwendung nur um die Hälfte reduzierten, würde sich das auf das Weltklima genauso auswirken, als ob wir auf jedes zweite Auto verzichteten.

  • Frisch auf den Müll - Die globale Lebensmittelverschwendung Ein Film von Valentin Thurn. 44 Minuten; Erstausstrahlung: 20.10.2010/Das Erste Ein Kinofilm ist für das Jahr 2011 geplant.
  • Taste the Waste Internationale Version des Films Frisch auf den Müll - Die globale Lebensmittelverschwendung 55 Minuten; Ausstrahlung in den Niederlanden (BOS), Schweden (SVT), Irland (TG4), Spanien (TV3), Litauen (LVT), Finnland (YLE), Schweiz (TSR), Norwegen (NRK), Zypern (CYBC), Griechenland (ERT) und Süd-Korea (CREO)
  • Links: 3-Minuten Trailer: tastethewaste.com/info/film 29-Minuten-Version: „Essen im Eimer“ – Die große Lebensmittelverschwendung Praktische Tipps zur Müllvermeidung, Sendetermine, Möglichkeit sich zu beteiligen und vernetzen (Facebook, Twitter, YouTube) und vieles mehr auf tastethewaste.com Infoflyer