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Gut essen, weniger einkaufen


Wer beim Einkaufen von Lebensmitteln mitdenkt, kann viel Geld und Abfall sparen.

`Jeder von uns hat sich beim Einkaufen schon mal verführen lassen: Zwei Kilo Obst zum Preis von einem - das ist doch ein Schnäppchen, denken wir und schlagen zu. Doch noch ehe wir das erste Kilo gegessen haben, fängt das zweite Kilo bereits an zu verfaulen. Also ab in den Mistkübel damit. Beim Blick auf den Vorrat an Joghurt stellen wir fest, dass das Ablaufdatum überschritten ist - und schon wandert es unangetastet in den Müll. Ein Einzelfall? Keineswegs! „In Wien allein fallen pro Kopf jährlich 330 Kilogramm an Restmüll an. 12% davon sind original verpackte oder nur teilweise verbrauchte und häufig sogar noch genießbare Lebensmittel", schildert Felicitas Schneider vom Institut für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien.

Die Erfahrung als Angestellte im Lebensmittelhandel hat sie vor einigen Jahren auf das Thema gestoßen. Seither führt das Institut laufend Studien durch, die belegen, dass zu viele Lebensmittel ungeöffnet oder nur angebrochen im Müll landen. Damit vergrößert sich jedoch nicht nur die Abfallmenge, sondern auch das Loch in der Brieftasche der HaushaltsbewohnerInnen. Die Gründe für diesen Trend sind vielfältig: Großpackungen verleiten zum Einkauf von mehr Waren als benötigt. Bei Diskontmärkten sind Grundnahrungsmittel wie Käse, Wurst, Fleisch oder Obst oftmals fix abgepackt. Immer weniger Menschen bereiten frische Speisen zu, sondern greifen zu Fertiggerichten – die jedoch in vielen Fällen gar nicht erst auf den Tisch kommen.

„Interessant ist, dass es große Unterschiede im Wegwerfverhalten zwischen Stadt und Land, Älteren und Jüngeren Menschen gibt“, erklärt Schneider. „Am Land wird weniger weg geworfen, vermutlich weil die Leute noch einen stärkeren Bezug zu Nahrungsmitteln haben und es auch andere Entsorgungsmöglichkeiten, wie Kompost und Verfütterung an Tiere, gibt.“ Ältere Menschen gehen in der Regel sparsamer mit Lebensmitteln um.

Wer beim Einkaufen also mitdenkt, kann sich Kosten und der Umwelt jede Menge Müll ersparen. „Eine Einkaufsliste hilft, um sich gegen unnötige Versuchungen resistent zu machen“, rät die Abfallspezialistin. Deshalb sollte man auch nicht hungrig einkaufen gehen. Vor dem Einkauf empfiehlt sich ein Blick in den Vorratsschrank.

Vor dem Hintergrund steigender Lebensmittelpreise lohnt es sich allemal, beim Einkaufen auf Qualität und die tatsächliche Bedarfsmenge zu achten. Übrigens: Speisereste sind nicht automatisch Müll. Aus den "Restln" vom Vortag lassen sich oft noch leckere Mahlzeiten zaubern!

Wenn Sie mehr über die Studien des Instituts für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien erfahren möchten, werfen Sie einen Blick auf www.wau.boku.ac.at.