Jetzt! Mehrwegbecher für Ihre Veranstaltung bestellen

Nachhaltige öffentliche Beschaffung

In vielen Ländern der EU mehrt sich der Wunsch, auch soziale Kriterien bei der öffentlichen Beschaffung berücksichtigen zu können.

Aufgrund des Umfanges des öffentlichen Beschaffungswesens, gilt dieses mittlerweile europaweit als effektives Instrument zur Förderung des Umwelt- und Klimaschutzes. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zeichnen sich im Vergleich zu herkömmlichen Produkten und Dienstleistungen durch die Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ethischer Aspekte in der Wertschöpfungskette aus. Sie unterstützen regionale Anbieter und KMUs (Quelle: IFZ TU Graz)

Ökologische Kriterien

Für verschiedene Beschaffungsbereiche wie z. B. Innenausstattung, Reinigung etc. existieren ökologische Kriterienkataloge, die verbindlich anzuwenden sind.

Soziale Kriterien

In vielen Ländern der EU mehrt sich jedoch der Wunsch, auch soziale Kriterien bei der öffentlichen Beschaffung berücksichtigen zu können. Einen großen Problembereich stellen beispielsweise inakzeptable Arbeitsbedingungen und ausbeuterische Kinderarbeit bei der Anschaffung von Textilprodukten, (Pflaster-)Steinen oder Büroutenslien dar. Zum Zweck der Vernetzung und des Erfahrungsaustausches einzelner EU-Länder fand dazu kürzlich in Wien ein internationaler Workshop statt.

Sustainable Public Procurement in European Countries

Im Rahmen des von Südwind organisierten und von „ÖkoKauf“ unterstützen Seminars tauschten sich rund 40 TeilnehmerInnen zur Nachhaltigkeit in der öffentlichen Auftragsvergabe aus. Gemeinsam wurde veranschaulicht, woran sich Gemeinden orientieren können und was in Europa bereits umgesetzt wird.

Belgien: Online-Guide für nachhaltige Beschaffung

Guide of sustainable procurement“. Das online Tool ist in vier Sprachen verfügbar (Holländisch, Deutsch, Englisch, Französisch) und bietet Hilfestellungen und Informationen, welche Labels und Kriterien bei der ökologischen und sozial fairen Beschaffung berücksichtigt werden können.

Deutschland: Faire TextilienFair Wear Foundation

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat soziale und ökologische Kriterien in das novellierte Vergabegesetz für öffentliche Aufträge der Hauptstadt implementiert. Beim Kauf von 1000 Schürzen für das Reinigungspersonal der Stadt Bremen wurden die Kriterien der ILO sowie der Fair Wear Foundation ebenso berücksichtigt, wie die Standards des EU Eco Labels für Ökologie. Derzeit läuft der Versuch, ähnliche Standards auch für Kopiergeräte einzuführen. Die Herausforderung dabei ist, die Kriterien so zu definieren, dass sie für die Anbieter nicht zu hoch sind, aber dennoch den Anforderungen gerecht werden.

Weitere Vorreiterrollen in Sachen sozial fairer Beschaffung sind die Städte Madrid und Düsseldorf. In Madrid werden Kaffee, Tee, Kakao, Zucker und Schokolade ausschließlich in FAIRTRADE-Qualität gekauft. Die Stadt Düsseldorf vergibt Aufträge nur, wenn bei der Produktion die ILO-Kernarbeitsnormen eingehalten werden.

Fazit

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass sich bereits mehrere europäische Gemeinden für die Berücksichtigung sozialer Kriterien in der Auftragsvergabe engagieren. Vielerorts sind Prozesse und Dialoge im Gange. Die Hoffnung aller Beteiligten besteht darin, dass bald auch die Rahmenbedingungen dahingehend angepasst werden können. Dies hängt nicht zuletzt auch von der Verfügbarkeit sozial fairer Produkte ab.

Weiterführende Links:

ÖkoKauf

Faire Beschaffung

Südwind

Bewusst Kaufen