Natur zieht uns an
Immer mehr, immer billiger, immer markenbewusster? Mode ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Das, was wir tragen, sagt heute nicht nur etwas über den eigenen Stil aus, sondern auch über unsere Konsumhaltung. Mit dem Kleiderkauf können Sie ein Zeichen setzen für eine bewusste Art zu leben. Wer langlebige, umweltfreundlich produzierte Stücke statt Diskontwaren oder teure Designermarken kaufen will, hat mittlerweile eine große Auswahl in Fachgeschäften und im Versandhandel.
Lange Zeit stand Ökokleidung im Ruf, nicht modisch zu sein. Doch die Zeiten haben sich geändert, wovon sich die BesucherInnen der Ökotextilienmesse und Modeschau ecotrend08 Anfang September in Wien überzeugen konnten. Der ECO Textile AWARD 2008, den Karin Maislinger vom Modelabel kontiki dort für ihr Modell Zitronenfalter erhielt (siehe Fotos bzw.www.kontiki.or.at), soll DesignerInnen einen Ansporn liefern, um Mode und Umweltbewusstsein noch deutlicher miteinander zu verknüpfen.
Ökotextilien rückstandsfrei und fair produziert
In den letzten Jahren ist umweltfreundlich produzierte Kleidung in Mode gekommen. Doch nicht alles, was sich Ökotextilien oder Naturtextilien nennt, ist tatsächlich biologisch oder nachhaltig hergestellt. Echte Ökotextilien sind rückstandsfrei und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt, erklärt die Expertin Michaela Knieli von "die umweltberatung". Die Begriffe werden unscharf verwendet oftmals versteckt sich dahinter nur, dass ein T-Shirt aus 100% Baumwolle besteht oder schadstoffgeprüft ist. Bei tatsächlich nachhaltig hergestellten Textilien handelt es sich im Idealfall um Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau, die zu fairen Bedingungen gehandelt wurden und auf umweltschonende Art verarbeitet werden. Ökotextilien werden ohne den Einsatz von Pestiziden und gesundheitsschädlichen Hilfsstoffen produziert, was nicht nur unserer Haut zugute kommt, sondern auch die Bedingungen für die ArbeiterInnen auf den Feldern und in den Textilfabriken erheblich verbessert.
Natur tut der Haut gut
Dass zunehmend mehr KonsumentInnen beim Einkauf von Textilien auf die Herstellungsweise achten, hat auch gesundheitliche Gründe. Immer mehr Menschen haben Probleme mit der Haut oder mit Allergien. Mit Ökotextilien sind sie auf der sicheren Seite, betont Michaela Knieli. Herkömmliche Textilien enthalten oft Rückstände von Färbe- und
Bleichmitteln. Neue Kleidung sollte deshalb auf jeden Fall vor dem ersten Tragen gewaschen werden. Vorsicht ist insbesondere bei sogenannten bügelfreien Hemden und Kleidungsstücken geboten, denn dieser Effekt wird durch Chemikalien erzeugt. Da Babys und Kleinkinder eine besonders empfindliche Haut, sollte hier der Griff zu Ökotextilien selbstverständlich sein.
Gut angezogen zu sein, bedeutet heute mehr als modisch zu sein. Mit dem Trend zur Ökomode können die KonsumentInnen Haltung zeigen und die Modebranche zum Umdenken bewegen. Immerhin haben auch die großen Konzerne das Bedürfnis der KonsumentInnen nach sauberer Wäsche erkannt und verwenden immer häufiger biologisch hergestellte Baumwolle. Die Umstellung auf eine saubere Produktionsweise sollte hier als nächster Schritt folgen. Engagement zahlt sich nämlich auch für die Unternehmen aus: Die Firma www.ainoah.at erhielt 2008 den Umweltpreis der Stadt Wien für den Versandhandel von bio-fairen T-shirts. Erstmals werden Ökotextilien auch im Rahmen der Nachhaltigen Wochen 2008 vorgestellt und mit dem Label Das bringts. Nachhaltig. in den Geschäften sichtbar gemacht.
Übrigens: Nicht jeden Modetrend mitzumachen und lieber weniger, dafür hochwertigere Kleidung zu kaufen, hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Konto.



