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Plastiksackerl ade?!

Die Zukunft des Plastiksackerls ist ungewiss. Alternativen für die Tragehilfe aus Kunststoff gibt es genug.

Diskussion um ein Verbot

In Österreich ist das Plastiksackerl nach wie vor im täglichen Gebrauch der meisten Menschen. Gerade produziert landet es – nach kurzer Verwendung – direkt im Mistkübel und ist damit zu einem Symbol der Wegwerfgesellschaft geworden.

Ein mögliches Verbot für Plastiksackerl, etwa nach dem Vorbild Italiens, wo ein derartiges Verbot seit Jänner diesen Jahres gilt, wird auch in Österreich diskutiert. Umweltstadträtin Ulli Sima fordert vom zuständigen Umweltminister Berlakovich einen entsprechenden Vorstoß zum Verbot der Plastiksackerl in Österreich. „Es braucht hier Mut und Engagement, Italien hat bereits ein Verbot beschlossen und Österreich soll hier ebenfalls aktiv werden“, so Sima.

Langes Leben, kurze Nutzung

Faktisch fallen in Österreich jährlich 350 Mio. Plastiksackerl an. Die WienerInnen nutzen durchschnittlich 40-45 Sackerl pro Person und Jahr. Laut dem technischen Büro Hauer fällt in Wien eine jährliche Masse von 1.500-2.000 Tonnen Plastiksackerl an. Eine Menge Müll, bedenkt man, dass der Abbau von Plastiksackerln zwischen 100-400 Jahren dauert.

Das Plastiksackerl und seine Alternativen

Für die Herstellung der Plastiksackerl werden Öl und Energie benötigt. Gleichzeitig fallen CO2-Emissionen an. Das verwendete Material der Plastiksackerl ist zumeist HDPE (ein Polyethylen hoher Dichte) oder LDPE (ein Polyethylen niedriger Dichte). Je nach Nutzungszweck werden die Plastiksackerl in unterschiedlicher Folienstärke produziert. Die dünnen Knotenbeutel, die beispielsweise im Supermarkt für offenes Gemüse und Obst bereit liegen, besitzen eine Stärke von ca. 8 µm. Die regulären Tragetaschen besitzen dahingegen eine Stärke von 40-60 µm.

Alternativen zum Plastiksackerl sind Tragetaschen aus Papier, Baumwolle oder Biokunststoff. Alle drei Alternativen werden bereits in österreichischen Supermärkten seit Jahren parallel zum Plastiksackerl angeboten.

Papiertragetaschen lassen sich aus Recycling-Papier herstellen, sind erneut Recyclingfähig und lassen sich in einem Zeitraum von nur 4-6 Wochen abbauen.

Tragetaschen aus Baumwolle oder Leinen haben insbesondere den Vorteil, dass sie reißfest, waschbar und somit sehr lange wieder verwendbar sind. Einige HerstellerInnen bieten bereits Stoffbeutel aus Bio-Baumwolle oder Bio-Leinen an. Diese sind besonders umweltfreundlich, da bei ihrer Produktion auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.

Plastiksackerl aus Biokunststoff sind die jüngste alternative Verpackungsform. Bei ihrer Herstellung werden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe, insbesondere die Stärke aus Kartoffeln, Mais oder Weizen verwendet. Eine Tragetasche aus Biokunststoff ist ohne schädliche Rückstände innerhalb von 6 Wochen biologisch abbaubar.

Das Plastiksackerl in Europa

Bislang gibt es auf der europäischen Ebene keine einheitliche Regelung, wie zukünftig mit dem Plastiksackerl umgegangen werden soll.

In der Verpackungsrichtlinie der Europäischen Union ist festgehalten, dass Verpackungen, die entweder stofflich oder thermisch verwendbar sind, auf den Markt gebracht werden dürfen. Ein nationales Verbot von Plastiksackerl ist deshalb derzeit nicht mit dem europäischen Recht vereinbar.

Dennoch gibt es Länder, die bereits gesetzliche Regelungen bis hin zu einem Verbot eingeführt haben. Es ist davon auszugehen, dass auch andere europäische Länder in der Zukunft gesetzliche Regelungen zur Abgabe von Plastiksackerln einführen werden.

In Italien sind seit Anfang diesen Jahres Plastiksackerl verboten und nur Tragetaschen aus biologisch abbaubarem Material erlaubt.

Irland hat im Jahr 2002 eine Verordnung erlassen, nach der Plastiksackerl generell nur gegen eine Gebühr von 15 Cent pro Stück abgegeben werden dürfen. Ausgenommen sind dabei Beutel, in denen bestimmte Lebensmittel, wie Fisch, Frischfleisch, Obst, Gemüse u.ä. angeboten werden sowie Verkäufe an Flughäfen und Häfen. Auch Tragetaschen, die für einen mehrmaligen Gebrauch produziert wurden und 70 Cent kosten, sind von der Verordnung ausgenommen.

In Frankreich werden Beschränkungen zur Abgabe von Plastiksackerln diskutiert. Lebensmittel-Einzelhandelsketten haben in diesem Zusammenhang die kostenlose Abgabe von Plastiktragetaschen eingestellt. Auf diese Weise hat sich die Menge der abgegebenen Tragetaschen stark reduziert.

 

Aktionstag gegen das Plastiksackerl

In Österreich gibt es zunehmend BefürworterInnen für ein Verbot von Plastiksackerln – sowohl von Seiten der politischen Parteien, als auch von unabhängigen Initiativen.

Die Aktionsgruppe für ein Verbot von Plastiksackerl rief Anfang Februar über facebook zu einem Aktionstag gegen Plastiksackerl auf. Ziel des Aktionstages war es, einen Tag bewusst auf Plastiktragetaschen zu verzichten, Erfahrungen zu sammeln, welche Alternativen zur Verwendung von Plastiksackerl existieren, und bewusst den eigenen Umgang bei der Verwendung von Verpackungen zu reflektieren.