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Raritätenbörse – Eine Besonderheit im Zentrum von Wien

Experteninterview mit DI Bernd Kajtna, stellvertretender Geschäftführer bei Arche Noah

Raritätenbörse – Eine Besonderheit im Zentrum von Wien

„Die Besonderheit der Raritätenbörse im botanischen Garten in Wien ist, dass hier an einem Platz mitten in der Großstadt nicht nur seltene Pflanzen gesammelt und erforscht werden, sondern die gesamte Palette an seltenen Zier- und Nutzpflanzen zum Kauf angeboten wird", erklärt DI Bernd Kajtna, stellvertretender Geschäftführer des Vereins Arche Noah (www.arche-noah.at). Von heimischen Zierpflanzen über Exoten und nutzbare Arten bis hin zu Obstgehölzen wird alles erhältlich sein.

2010 Jahr der Biodiversität

Das Ziel ist ein möglichst großes Publikum anzusprechen und gerade im Jahr der Biodiversitätden Fokus auf seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten zu lenken. Die Arche Noah, ein Verein, der sich dem Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt verschrieben hat, wird als Aussteller auf der Raritätenbörse vertreten sein. „In einem Vergleichszeitraum von rund 100 Jahren stellen wir heute einen merklichen Rückgang der Arten- und Sortenvielfalt bei Kulturpflanzen fest", so Bernd Kajtna. Die FAO schätzt sogar, dass seit Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit 75% der landwirtschaftlichen Vielfalt verloren gegangen ist. Bei vielen Kulturpflanzen sind die Hybride im Vormarsch. Die Samen dieser Pflanzen sind nicht nachbaufähig und können von LandwirtInnen nicht mehr als Saatgut verwendet werden.

Vielfalt bedeutet Lebensqualität

Mit jeder alten Sorte geht ein Stück Kulturwert und traditionelles Wissen unwiederbringlich verloren. Der Erhalt der Vielfalt ist daher von enormer Bedeutung. Die Arche Noah sieht Vielfalt als Teil unserer Lebensqualität - sowohl in ökologischer, als auch in kulinarischer, ethischer und auch in lustvoller Hinsicht. Bei einem Besuch der Raritätenbörse hat man Gelegenheit, sich davon zu überzeugen!

Wie WienerInnen zur Biodiversität beitragen können

Neben dem Anbau von regionalen Sorten im eigenen Blumenkisterl, am Balkon oder im Garten hat man als Stadtmensch noch viele weitere Möglichkeiten zur Förderung der Artenvielfaltbeizutragen. Kajtna weist hier vor allem auf das Einkaufsverhalten hin: „Beim Einkauf kann man gezielt nach Sorten fragen oder direkt bei Produzenten kaufen, die selber nachziehen und Sortenvielfalt an ihren Betrieben fördern." Außerdem sei es wichtig, im eigenen Umfeld Bewusstsein zu schaffen und Freunde und Bekannte auf den Wert der Vielfalt hinzuweisen. Nicht zuletzt gibt es viele Möglichkeiten Organisationen und Betriebe, die sich für Biodiversität einsetzen zu unterstützen (z.B. durch Mitgliedschaften, Spenden).