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Richtig Müll trennen!

Abfalltrennen ist kinderleicht. Trotzdem tauchen beim Sortieren des Mists immer wieder Fragen auf: Was passiert, wenn buntes Glas im Weißglas landet? Darf ich die Verschlusskappen mit zum Altglas werfen? Was passiert mit meinem Biomüll? Und was wird eigentlich aus den gesammelten Tetrapacks? – Wir geben Ihnen Antworten.
Wir sind Experten und Expertinnen in der Abfalltrennung. Denken wir. Ganz so ist es jedoch nicht, denn immer noch kommt es zu Fehlwürfen, die durch genauere Information vermieden hätten werden können. Bei der alltäglichen Mülltrennung kommen immer wieder Fragen auf. Wir geben Ihnen Antworten.
  • Was passiert, wenn buntes Glas im Weißglas landet?
  • Was passiert mit meinem Biomüll?
  • Was gehört alles in den Sammelbehälter für Plastikflaschen?
  • Was wird eigentlich aus den gesammelten Tetrapacks?
  • Was passiert, wenn buntes Glas im Weißglas landet?

    In Wien wird Weiß- von Buntglas getrennt gesammelt. Dafür stehen lärmgedämmte Hubbehälter auf öffentlichen Plätzen bereit, die über zwei voneinander getrennten Kammern verfügen. Landet Weißglas im Buntglas macht dies keinen großen Unterschied für die Sammlung. Umgekehrt jedoch schon: Bereits eine grüne Sektflasche ist in der Lage, 500 kg farbloses Glas grünlich einzufärben. Zu beachten ist, dass auch leicht eingefärbtes Glas – beispielsweise von einer Weißweinflasche – als Buntglas zählt!

    Die Flaschen sollten beim Einwurf in die Sammelbehälter nicht absichtlich zerschlagen werden, denn je kleiner die Scherben, desto schwieriger ist es später in der Glasfabrik, mögliche Fremdkörper oder Glas mit der falschen Farbe auszusortieren. Nach der Sortierung in der Fabrik wird das Altglas zerkleinert und bei 1.600°C geschmolzen, bevor es wieder zu Glasflaschen in gleicher Qualität verarbeitet werden kann.

    Für die Sammlung und Wiederverwertung eignen sich:

  • Getränkeflaschen aus Glas
  • Marmeladen- und Konservengläser (z.B. von eingelegten Gurken, Pesto, Fruchtbrei o.ä.)
  • Öl- und Essigflaschen aus Glas
  • Senfgläser
  • Glasfläschchen für Hygieneartikel (Körperöl, Rasierwasser, Parfum) bzw. Medizinfläschchen
  • Das Altglas darf nur restentleert eingeworfen werden. Gläser mit Lebensmittelanhaftungen wie Mayonnaise oder Marmelade sollten aus hygienischen Gründen vor dem Einwurf ausgespült werden.

    In die Glascontainer gehören nicht:

  • Pfandflaschen – Zurückgebracht in das Geschäft, erhalten Sie Ihr Geld zurück und die Pfandflaschen können nach der entsprechenden Reinigung direkt wieder verwendet werden!
  • Trinkgläser, Glasteller, Geschirr, Vasen, Steingutflaschen, Porzellan, Keramik – Dies gehört in den Restmüll.
  • Glühbirnen und Halogenlampen – Diese gehören ebenfalls in den Restmüll.
  • Fenster-, Flach- oder Drahtglas, Spiegel und Aquarienglas – Dies muss auf dem Mistplatz entsorgt werden.
  • Glasgebinde mit giftigen Inhalten wie Lacken und Lösungen. Diese müssen in der Problemstoffsammlung entsorgt werden.
  • Schraubverschlüsse, Kapseln oder Korken.
  • Weitere Fremdkörper, aus Kunststoff, Metall, Papier, biogenen Abfällen o.ä.
  • In Wien gibt es 2.300 Sammelinseln mit Glascontainern und zusätzlich über 1.600 dezentrale Standorte. Bei den Mistplätzen direkt wird ebenfalls Altglas angenommen. In Wien stehen insgesamt über 7.600 Altglasbehälter zur Sammlung zur Verfügung.

    Um eine Lärmbelästigung zu vermeiden, sollten zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr in der Früh keine Glasflaschen eingeworfen werden.

    Finden Sie die Sammelbehälter einmal überfüllt vor, stellen Sie bitte die Flaschen nicht vor den Glascontainern ab, sondern entsorgen Sie Ihr Altglas bitte in einem der benachbarten Container.

    Was passiert mit meinem Biomüll?

    In die Biotonne gehören ungewürzte und ungekochte Obst- und Gemüseabfälle, Pflanzen, Blumenerde in Kleinmengen, alte Brotreste, Tee- und Kaffeesud sowie Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Laub, Baum- und Strauchschnitt, Ernterückstände, Stauden, Fallobst und Wasserpflanzen. Dieser Biomüll wird von der MA 48 vorerst in die Kompostaufbereitungsanlage gebracht, wo er fraktioniert wird und kleine Störstoffe wie Papier oder Kunststoff ausgeblasen werden. Kommt es im Ausnahmefall bei einer Biotonne zu einem großen Anteil von Fehlwürfen wie z.B. Restmüll, so wird der Inhalt gesondert behandelt und in der Biogasanlage einer thermischen Verwertung zugeführt. Im Normalfall wird das Biomaterial jedoch zerkleinert und kommt anschließend in das Kompostwerk Lobau, wo es verrottet. Die so entstehende Komposterde kann in kleineren Mengen für die Verwendung im eigenen Garten kostenlos bei der MA 48 abgeholte werden. Nährstoffreich wie dieser Kompost ist, sollte er nicht in reinem Zustand, sondern mit anderer – weniger nährstoffreicher Erde – vermengt werden.

    Der Kompost ist auch Ausgangsmaterial für die torffreie Erde „Guter Grund“, die als Blumenerde in ausgewählten Filialen von BILLA und MERKUR sowie auf den 19 Wiener Mistplätzen zu erhalten ist. Der „Gute Grund“ besteht neben dem Kompostanteil von 60% zu 35% aus Rindenhumus und 5% aus Sand. Die Wiener Erde trägt das Österreichischen Umweltzeichens und wird durch unabhängige Gutachter geprüft.

    Nicht geeignet für die Biotonne sind:

  • Plastiksackerl – als Sammelhilfe eignen sich Kübel, Papiersackerl oder Beutel aus verrottendem Biokunststoff
  • Fleisch, Knochen, Eier, Milchprodukte, Speisereste, Verbundmaterialien (Windeln, Milchpackungen), Staubsaugerinhalte, Katzenstreu – Dies gehört in den Restmüll.
  • Große Mengen an Grünschnitt, Wurzelstöcke, lackiertes oder beschichtetes Holz, Äste mit Durchmesser über 30 Zentimeter – bis zu zwei Kubikmeter pro Anlieferung gehören auf den Mistplatz.
  • Jegliche Abfälle, die nicht biologisch abbaubar sind, wie Glas- oder Plastikflaschen, Kunststoffe, Metalle etc.
  • Was gehört alles in Sammelbehälter für Plastikflaschen?

    In die Sammelbehälter für Plastikflaschen gehören nicht nur leere PET-Getränkeflaschen. Gesammelt werden können auch:
  • Plastikflaschen für Wasch- und Putzmittel, beispielsweise Haushaltsreiniger, Spülmittel, Waschmittel, Weichspüler
  • Plastikflaschen für Körperpflegemittel, beispielsweise Shampoo, Duschgel
  • Plastikflaschen für Lebensmittel, beispielsweise für Essig, Speiseöl, Milchprodukte
  • Andere Plastikflaschen, beispielsweise für Kühlmittel, destilliertes Wasser, jedoch kein Motoröl
  • Wichtig ist, dass die Flaschen vollständig entleert sind! PET-Flaschen lassen sich gut zusammenfalten. Das spart im Sammelbehälter viel Platz ein. Aus Sicht der Umwelt sollte statt auf Einweg PET-Flaschen jedoch am besten auf Mehrwegflaschen zurückgegriffen werden!

    Die Aufbereitung der Flaschen erfolgt folgendermaßen: Die gesammelten Flaschen werden in der Abfallbehandlungsanlage nach Material und Farbe sortiert, Fehlwürfe werden entfernt. Verpackungen, die sich nicht für die stoffliche Verwertung eignen, werden thermisch genutzt. Für die stoffliche Verwertung werden die sortenreinen Kunststoffe im Verwertungsbetrieb zerkleinert, gewaschen und zu Granulat verarbeitet. Aus diesem können anschließend hochwertige Produkte wie Fleece Pullover, Flaschen, Folien oder Plastiksackerl hergestellt werden.

    Was wird eigentlich aus den gesammelten Tetrapacks?

    Tetrapacks – sogenannte Verbundstoffe – werden in Wien in der Ökobox gesammelt. An festgelegten Tagen – rund alle zwei Wochen – können die mit den Tetrapacks gefüllten Ökoboxen vor der Haustür für die Abholung bereitgestellt werden. Die Tetrapacks aus Wien werden in einem Betrieb in der Steiermark zur weiteren Verwertung aufbereitet. In einem Wasserbad, dem sogenannten Pulper, wird die Zellulose durch ständiges Rühren vom Polyethylen und Aluminium getrennt. Die Zellulose wird anschließend zu neuem Verpackungskarton recycelt. Aus diesem entstehen Schachteln und Verpackungen – z.B. Pizzakartons – die wieder im Handel eingesetzt werden. Alle restlichen Materialien wie Verschlusskappen, Aluminium und Polyethylen werden thermisch verwertet.

    Weitere Informationen zur Mülltrennung finden Sie hier:

    Standorte in Wien für Altstoffsammelstellen

    MA 48 – Informationen zur Mülltrennung

    Das Trenn-ABC - Müll richtig entsorgen

    ARA – Altstoff Recycling Austria