Taste the Waste Filmstart in Österreich am 11. November 2011
Die globale Lebensmittelverschwendung
Nach dem Dokumentarfilm von Valentin Thurn Frisch auf den Müll Die globale Lebensmittelverschwendung , der 2010 im Fernsehen ausgestrahlt wurde, folgt nun der Kinofilm zum Thema unter dem Titel Taste the Waste.Der Dokumentarfilmer hat den Umgang mit Lebensmitteln internationale recherchiert und ist auf schockierende Ergebnisse gekommen: VerbraucherInnen wünschen sich noch kurz vor Verkaufsschluss in Bäckereien und an Gemüseständen volle Regale, was zu einem Überangebot führt und dazu, dass riesige Mengen an Brot, Obst und Gemüse entsorgt werden müssen. Supermärkte entsorgen große Mengen an originalverpackten und einwandfreien Lebensmittel mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Durch fehlende Einkaufsplanung werfen VerbraucherInnen pro Kopf jährlich Unmengen an Lebensmittel fort.
Der Film geht der Frage nach, wer für die riesigen Mengen an Lebensmittelabfällen verantwortlich ist, welche Folgen die globale Lebensmittelvernichtung für das Klima und welche für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen hat. Antworten auf diese Fragen geben Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeiter und Köch in Österreich, Deutschland, Frankreich, Japan, Kamerun, Italien und den USA. Gleichzeitig zeigt der Film, dass es Menschen gibt, die wertschätzend mit Lebensmitteln umgehen und Alternativen entwickelt haben, um der Verschwendung Einhalt zu gebieten.
Taste the Waste - Dokumentation. Deutschland 2011. 88 Minuten. Regie: Valentin Thurn
Lebensmittel im Abfall
Laut der Studie Preparatory study on food waste across EU27 landen in der Europäischen Union rund 179 Kilogramm Lebensmittel pro Person im Abfall. Insgesamt macht das ca. 89 Mio. Tonnen Abfall pro Jahr. Laut der von der EU finanzierten Studie entfallen von der Gesamtmenge- 39 Prozent auf Lebensmittelhersteller,
- 5 Prozent auf den Einzelhandel und
- 14 Prozent auf die Gastronomie.
Für Österreich hat das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur berechnet, dass pro Jahr ca. 83.000 - 166.000 Tonnen an Lebensmitteln von den Haushalten im Restmüll landen. Nicht berechnet werden dabei Küchenabfälle, die in der Biotonne oder auf dem eigenen Kompost landen sowie Speisereste, die nach dem Essen auf dem Teller verbleiben. Die Zahl bezieht sich ausschließlich auf die Lebensmittel im Abfall, die original verpackt sind oder deren Verpackung angebrochen ist. Felicitas Schneider vom Institut für Abfallwirtschaft erläutert, dass es jedoch sehr große regionale Unterschiede gibt, was das Aufkommen von Lebensmittelabfällen pro Kopf angeht. Es kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund eigener Haustiere und dem Garteneigenen Kompost auf dem Land weniger Lebensmittel im Restmüll entsorgt werden als in Städten. Nicht wissenschaftlich belegt, jedoch auch plausibel ist, dass auf dem Land darüber hinaus eine andere Wertehaltung gegenüber Lebensmitteln sowie eine andere Einkaufsplanung sich positiv auswirken.
Einer der wichtigsten Faktoren zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle ist die Schärfung des eigenen Bewusstseins. Laut Studien der Universität für Bodenkultur haben die meisten Personen im Haushalt kein Gefühl dafür, wie viele Lebensmittel sie wegwerfen. Felicitas Schneider empfiehlt deshalb, sich zu überlegen, welche Gründe im eigenen Haushalt dazu führen, dass Lebensmittel weggeworfen werden und wie dies verändert werden kann. Überlegt man sich bereits vor dem Einkauf, welche Speisen in den nächsten Tagen zubereitet werden sollen und kauft dafür gezielt ein, verkommen weniger Lebensmittel im Kühlschrank. Auch sollte vor dem Einkauf darauf geachtet werden, dass ältere Lebensmittel erst aufgebraucht werden. Auf diese Weise können zumindest einige der Lebensmittelabfälle in den Haushalten reduziert werden.
Wer sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei das Buch Die Essensvernichter von Valentin Thurn und Stefan Kreutzberger empfohlen, dass begleitend zum Film Taste the Waste 2011 erschienen ist.
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