Umweltgerechte Entsorgung von Energiesparlampen
Energiesparlampen enthalten gesundheitsschädliches Quecksilber. Die neue Infokampagne der MA 48 klärt darüber auf, wie Sie Energiesparlampen umweltgerecht entsorgen.
Mit dem Slogan „Helle Birnen entsorgen richtig.“ wirbt die MA 48 für die umweltgerechte Energiesparlampen.
Blickfang der Kampagnen¬plakate ist eine „Energiesparbirne“ inmitten von unterschiedlichen echten Birnen. Eine zusätzliche Erläuterung klärt über den Hintergrund der Plakates auf: „Kaputte Energiesparlampen sind Problemstoffe. Bitte am Mistplatz oder beim Handel entsorgen. Danke.“
Das Ziel der Infokampagne ist es, das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten und sie deshalb im Gegensatz zu den herkömmlichen Glühbirnen nicht im Restmüll, sondern in der Problemstoffsammlung entsorgt werden müssen.
Welche Vor- und Nachteile mit Energiesparlampen, aber auch mit anderen am Markt verfügbaren Lampen wie LED und Halogenglühlampen einhergehen, erläutern wir Ihnen im Folgenden genauer.
Die Glühlampe geht, die Energiesparlampe kommt
Energiesparlampe, die im Haushalt verwendet werden, sind sogenannte Kompaktleuchtstofflampen. Während in den herkömmlichen Glühlampen ein dünner Glühdraht die Lampe zum Leuchten brachte, sorgt in den Kompaktleucht-stofflampen der Quecksilberdampf als Ionisierungsmittel dafür, dass es hell wird. Diese Energiesparlampen brauchen nur rund ein Fünftel des Stroms von herkömmlichen Glühbirnen und sind demnach viel en ergieeffizienter. Gleichzeitig haben sie eine 5-15 mal höhere Lebensdauer als Glühlampen.
Um Energie zu sparen und den Klimaschutzzielen nachzukommen, hat die EU veranlasst, dass die herkömmlichen Glühbirnen schrittweise vom Markt genommen werden sollen. Seit dem 1. September 2009 wurden bereits alle matten Glühlampen sowie die 100 Watt, 75 Watt und 60 Watt Glühbirnen aus dem Verkehr genommen. In den nächsten Jahren wird der Verkauf von Glühbirnen endgültig eingestellt.
Stattdessen werden Energiesparlampen, Halogenlampen und zunehmend LED (Licht emittierende Dioden) im Haushalt eingesetzt.
Energiesparlampe
Energiesparlampen sind in unterschiedlicher Qualität im Handel erhältlich. In den meisten Fällen verfügen sie über eine hohe Lichtausbeute. Die Lichtausbeute besagt, wie viel Licht sich mit dem eingesetzten Strom erzeugen lässt. Energiesparlampen brauchen einige Zeit, bevor sie ihre vollständige Helligkeit erreicht haben.
Beim Kauf sollte auf folgende Eigenschaften und Kennzeichen geachtet werden:
- Wattzahl: Auf der Verpackung ist die Wattzahl angegeben. Viele VerbraucherInnen haben eine genaue Vorstellung welches Licht eine „60 Watt Glühbirne“ abgibt. Die Wattzahl bei Energiesparlampen liegt jedoch weit unter jener der herkömmlichen Glühbirne. So entsprechen hinsichtlich der Helligkeit die 11-14 Watt einer Energiesparlampe den 60 Watt der Glühbirne. 14-16 Watt einer Energiesparlampe entsprechen den 100 Watt einer Glühbirne.
- Farbwirkung: Auf der Verpackung geben drei Ziffern Auskunft über die Farbwirkung. So steht „827“ für eine warm-weiße Lampe mit guter Farbwiedergabe. Dieses Licht eignet sich besonders gut für den Wohnbereich, weil es als sehr angenehm empfunden wird. Neutral-weiße bis Tageslicht-weiße Lampen tragen die Kennzeichnungen „840“ bis „865“. Sie sind für Wohnräume weniger geeignet und werden eingesetzt, um eine sachliche, aktive Stimmung zu unterstützen.
- Schaltfestigkeit: In der Vergangenheit verringerte sich die Lebensdauer von Energiesparlampen rapide, wenn die Energiesparlampe an Orten eingesetzt wurde, an denen sie häufig und in kurzen Abständen ein- und ausgeschaltet wurde (z.B. Treppenhaus, Toilette). Qualitativ hochwertige Energiesparlampen haben dieses Problem heute nicht mehr.
Qualitativ hochwertige Energiesparlampen eigenen sich als kostengünstigen Variante für die Grundbeleuchtung im Haus. Je nach Anwendung sollten dabei ihre Eigenarten beachtet werden – so sollten im Außenbereich beispielsweise nur kälteresistente Energiesparlampen eingesetzt werden.
Halogenglühlampen
Bei Halogenglühlampen sorgt – vergleichbar mit der herkömmlichen Glühbirne – ein glühender Wolframdraht für die Helligkeit. Der Glühdraht steckt bei der Halogenglühlampe in einem Quarzglaskolben, der speziell beschichtet ist und mit Gasen gefüllt ist. Die Halogenglühlampen haben mit einer Lebensdauer von bis zu 5.000 Betriebsstunden und einer hohen Lichtausbeute gegenüber Glühlampen einen klaren Vorteil, schneiden hinsichtlich der Lichtausbeute gegenüber den Energiesparlampen jedoch schlechter ab: Laut einem Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2011 gehen bei Halogenglühlampen über 90 Prozent der Energie als Wärme verloren.
Halogenglühlampen besitzen sehr gute Farbwiedergabeeigenschaften und eignen sich für Orte, an denen Objekte wie Kunstwerke farbgetreu erscheinen sollen. Halogenglühlampen sind dimmbar und erzeugen eine warme Lichtfarbe. Ab 2016 sind nur noch die Halogenglühlampen in der Energieeffizienzklasse A und B im Handel verfügbar.
LED-Lampen
Die LED-Lampen sind elektronische Halbleiter-Bauelemente, die klein, robust und kälteresistent sind. In Sachen Energieeffizienz entsprechen sie derzeit den Energiesparlampen. Eindeutiger Vorteil der LED-Lampen gegenüber Energiesparlampen ist, dass sie kein gesundheitsgefährdendes Quecksilber enthalten. LED-Lampen verfügen über eine Lebensdauer von durchschnittlich 50.000 Stunden. Sie eigenen sich für alle Zwecke, sind jedoch relativ teuer. Die hohen Kosten gleichen sich jedoch durch die lange Lebensdauer aus. Es empfiehlt sich, LED insbesondere dort einzusetzen, wo sie viel genutzt werden und lange brennen.
Umweltgerechte Entsorgung
Energiesparlampen enthalten neben Wertstoffen wie Kupfer, Aluminium und Zinn auch 2-5 mg giftiges Quecksilber und müssen deshalb bruchsicher bei den Problemstoffsammelstellen abgegeben werden. Um zu vermeiden, dass die nicht mehr funktionstüchtige Energiesparlampe bricht und der giftige Quecksilberdampf austritt, empfiehlt es sich, die Energiesparlampe bis zur Entsorgung sicher aufzubewahren – am besten in der Verkaufsverpackung.
In Wien gibt es neben den 19 Problemstoffsammelstellen auf den Mistplätzen noch 54 stationäre und mobile Problemstoffsammelstellen. Auch Elektrofachhändler und Supermärkte ab einer Verkaufsfläche von 150 m² sind dazu verpflichtet die Energiesparlampen anzunehmen – zumindest, wenn damit der Kauf einer neuen Lampe einhergeht.
LED-Lampen enthalten elektronische Bauteile, von denen einige wiederverwertet werden können. In Österreich sollten LED-Lampen deshalb nicht in den Hausmüll, sondern als Elektroschrott bei Sammelstellen entsorgt werden. Elektroschrott fällt unter die Abfallkategorie „Elektro- und Elektronikaltgeräte“.
So wie die herkömmlichen Glühlampen können auch Halogenglühlampen im Restmüll entsorgt werden. Die geringen Mengen an Halogenen-Wasserstoff-Verbindungen, die in den Halogenglühbirnen enthalten sind, sind für Mensch und Umwelt nicht gefährlich.
Glühlampen und Halogenglühlampen enthalten feine Drähte, die bei der Glasaufbereitung in den Zerkleinerungsanlagen fast unsichtbar an den Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser unbrauchbar machen. Aus diesem Grund gehören konventionelle Glühbirnen wie auch Halogenglühbirnen in den Restmüll – und nicht zum Altglas.
Was tun, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?
Der Quecksilberanteil in Energiesparlampen ist sehr gering und beträgt 2-5 mg. Zerbricht die Energiesparlampe, so tritt das Quecksilber bei Zimmertemperatur aus.
Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt es sich deshalb, die Fenster zu öffnen und rund 15 Minuten den Raum zu verlassen. Danach trennen Sie die Leuchte vom Stromnetz um Stromschläge zu verhindern. Die Scherben sollten mit einem Karton bzw. einem feuchten Papiertaschentuch zusammengekehrt werden. Um einen direkten Hautkontakt zu vermeiden, sollten Einmalhandschuhe getragen werden.
Alle Bruchstücke und verwendete Reinigungsutensilien sollen in einem leeren verschließbaren Glasgefäß, z.B. einem Gurkenglas gesammelt und beim nächsten Mistplatz oder Problemstoffsammelstelle abgegeben werden. Ein Staubsauger sollte nicht verwendet werden, da dieser beim Ausblasen der Luft die Quecksilberpartikel im Raum verteilen kann.



